Sep 22

FG Baden-Württemberg : Aufwendungen für einen Supersportwagen

Das FG Baden-Württemberg hat zur Angemessenheit und zum Betriebsausgabenabzug von Aufwendungen für die Anschaffung und den Unterhalt eines Supersportwagens durch ein im Umfeld des Automobilrennsports tätiges Zulieferunternehmen entschieden, Revision nicht zugelassen).

Sachverhalt: Die Beteiligten streiten darüber, ob Leasingaufwendungen für einen Supersportwagen (dem ersten aus Carbonfaserverbundstoffen gefertigten Serienfahrzeug) als Betriebsausgaben abzugsfähig sind. Die Klägerin entwickelt, konstruiert und fertigt u.a. Karosserien im Bereich des Rennsports. Ihrer Auffassung nach sei die Anschaffung des Autos u.a. zur Pflege und Intensivierung der Vertragsbeziehungen zu einem wichtigen Kunden erforderlich und somit betrieblich veranlasst gewesen. Das FA lehnte den Abzug der Kosten als unangemessene Repräsentationsaufwendungen ab, die hiergegen gerichtete Klage hatte Erfolg.

Hierzu führten die Richter weiter aus:

  • Bei Aufwendungen eines in der Automobilbranche und im Automobilrennsport tätigen Unternehmens für Leasing und Unterhalt eines Supersportwagens handelt es sich nicht um solche „für ähnliche Zwecke” wie für Jagd, Fischerei, Segel- und Motorjachten i. S. d. § 4 Abs. 5 S. 1 Nr. 4 EStG, wenn und soweit bei der betrieblichen Nutzung des Fahrzeugs nicht die Repräsentation des Unternehmens im Allgemeinen, sondern konkret seine Identifizierung mit dem Fahrzeughersteller und dessen Rennsportbereich im Vordergrund steht.
  • Bei der Prüfung, ob unangemessener betrieblicher Repräsentationsaufwand i. S. d. § 4 Abs. 5 S. 1 Nr. 7 EStG vorliegt, sind alle Umstände des Einzelfalls zu berücksichtigen. Neben der Größe des Unternehmens, der Höhe des längerfristigen Umsatzes und des Gewinns sind vor allem die Bedeutung des Repräsentationsaufwands für den Geschäftserfolg nach der Art der ausgeübten Tätigkeit und seine Üblichkeit in vergleichbaren Betrieben als Beurteilungskriterien heranzuziehen.

Danach sind die Aufwendungen insbesondere deshalb nicht als unangemessen angesehen, weil das Unternehmen mit der Fertigung von Kohlefaser-Karosseriestrukturen auch in einem Marktsegment tätig ist, das enge Bezüge zu dem angeschafften Fahrzeug aufweist.